Fun Fact Lettland #1
Latvia has one of the world's oldest flags. Latvia's current flag design has been in use since 1280. Only Denmark's has been around longer.
-> And it very much resembles the Austrian Flag (🇱🇻 and 🇦🇹). Bei einer Welcome Party in Tallinn wurden uns unsere Flaggen auf die Wangen gemalt. Ich hatte eine sehr interessante Diskussion mit einem Letten, weil wir beide felsenfest der Meinung waren, dass der jeweils andere die eigene Flagge hatte!
Fun Fact Lettland #2
The Latvians invented Jeans. The tailor Jacob W. Davis was born Jākobs Jufess in Riga and emigrated to the US as a young man in 1854. In 1870, he was asked by a customer to make a strong pair of trousers for her woodcutter husband – his creation would become the template for modern denim jeans, and two years later, with help from Levi Strauss, he patented the product.
Fun Fact Lettland #3
With over 800 Art Nouveau buildings, Riga has one of the world’s greatest galleries of this joyful style. Alberta iela is a street almost entirely created by Art Nouveau genius Mikhail Eisenstein, and his son film director Sergei Eisenstein was one of the founders of modern cinema.
Day 1 - Riga
Sveicināti!
Rebecca und ich haben uns am 28. Juni um 6:30 auf unsere Baltische Staaten + Polen Reise aufgemacht. Ich werde hier noch nicht die Städte nennen, in die wir reisen werden, damit es für den einen oder anderen noch eine Überraschung bleibt - ich weiß, ich habe vielen erzählt, wo wir hinfahren. Das hätte ich im Nachhinein vielleicht nicht machen sollen.
Ganz nebenbei, Rebecca und ich haben ein Reiseunternehmen mit Namen "Kollars & Rieß Reisen" gestartet - sozusagen eine "KUR". (Wir haben uns darauf geeinigt, dass Kollars zuerst genannt wird, weil K vor R im Alphabet kommt, also bitte nicht denken, dass ich mir nicht der sozialen Regeln bewusst bin, sich selbst immer als letztes zu nennen!)
Wir standen also beide um 4:30 auf, um unseren Bus nach Riga zu erwischen. Rebecca reist mit ihrem gesamten Tallinn-Leben und hatte deswegen einn großen Koffer, eine Reisetasche und ihren großen Rucksack dabei. Ich hatte einen kleinen Handgepäckskoffer und war noch nie so froh, so wenig Gepäck zu haben. Rebecca fliegt am Ende nämlich direkt nach Memmingen zu sich nach Hause, weil sie einen billigen Flug gefunden hat, und ich fliege nochmal nach Tallinn, um mich nochmal gebührend zu verabschieden!
Wir fuhren mit Ecolines 4 Stunden nach Riga - das hat übrigens nur 5€ gekostet, weil wir ein Angebot erwischt haben! Und Ecolines hat auch Bildschirme auf den Rückenlehnen. Leider konnten wir diese nicht nutzen, weil wir beide die Stunden noch zum Schlafen nutzten.
In Riga angekommen, war unser erster Eindruck ein eher mäßig schöner Busbahnhof neben 4 riesigen Bunkern. Wir wurden regelrecht aus dem Bus geworfen, und machten uns nach Google Maps zu unserem Hostel auf. Wir schliefen hier 2 Nächte im "TreeHouse Hostel", das direkt - und ich meine hier direkt - in der Altstadt liegt. Man braucht laut Google Maps 10 Minuten zu Fuß vom Busbahnhof zum Hostel, wir haben glaub ich länger gebraucht, aber ich denke bei mehr als 40 kg im Gepäck ist das schon nachvollziehbar. Anfangs haben wir das Hostel nicht gefunden, deswegen musste Rebecca mit allen Koffern auf einem belebten Platz stehen bleiben, währen dich mich fröhlich aufmachte und den Block umrundete - und das Hostel nicht fand. Es stellte sich heraus, dass wir zwischen 2 Restaurants hindurchmussten. Das Hostel an sich war wirklich schön und sauber. Die Mitarbeiter waren sehr freundlch und auch die anderen Bewohner waren sehr lieb. Wir hatten Glück und haben einen extra Raum in einem Zimmer gekommen, weswegen wir auch etwas abgeschottet waren.
Wir ließen unser Gepäck fallen und deckten uns auf dem Weg zur Altenative Free Walking Tour noch mit Karten und Prospekten im Touristen Informations Center ein. Die Alternative Walking Tour unterschied sich von der Free Walking Tour in der Hinsicht, dass ein "local" Guide die Besucher in eher allltägliche Orte Rigas raus aus der Altstadt führt und dort mehr über das tägliche Leben der Letten und deren Bräuche und Ansichten erzählt. Unser Guide hieß Liga, hat creative writing studiert und schreibt gerade an Gedichten und fiktionalen Texten. (Alle, die mich gut kennen wissen, dass ich Feuer und Flamme war!) Hier sind die wichtigsten Facts von der Free Walking Tour zusammengefasst:
- Die 4 Bunker neben dem Busbahnhof waren früher Zeppelin-Hangars, die von den Deutschen im 1. Weltkrieg aufgestellt wurden. Nach dem 2. Weltkrieg wurden sie renoviert und mittlerweile gibt es in ihnen einen der größten Märkte Europas. Der übrigens bis 5 in der Früh offen hat!
- Letten geben sehr viel auf lokale Produkte. Und man darf auf keinen Fall beginnen zu feilschen. Da wurde anscheinend schon der eine oder andere Tourist schreiend von Dannen gejagt.
- Ein ziemlich markantes Gebäude in Riga schaut aus wie ein Sowjetischer Abklatsch vom Empire State Building. Und es ist genau das. Anscheinend kamen Stalin Gerüchte und Bilder vom Empire State Building zu Ohren, woraufhin er der Meinung war, dass die Sowjet Union sowas auch brauchte. Also ließ er auch ein Gebäude bauen. Eine sehr unauffällige Nachahmung von einem Land, dass alles darauf gab, sich vom Westen abzuheben ...
- Genau wie die Esten geben Letten viel auf körperliche Distanz, deswegen kann man in Lettland auch viele einzeln stehende Häuser finden, die weit vom nächsten Haus entfernt stehen.
- Anscheinend fahren Letten sehr wild.
- Riga hatte 10 Jahre lang einen korrupten Bürgermeister, dessen engste Mitarbeiter Freunde oder Familie waren. Letten scherzen oft über den schlechten Zustand der Straßen und sagen, die Löcher sind die Schwarzen Löcher des Bürgermeisters. Es wird zwar viel Geld "verwendet", um die Straßen zu verbessern, aber im Endeffekt passiert nichts.
- Als Lettland 2013 den Euro bekam, gab es eine Finanzkrise, von der sich viele nich nicht erholt haben (vor allem direkt nach der Krise 2008). Viele Appartments und Häuser stehen leer, jedoch ist die Miete zu hoch für die meisten Letten. Das Mindestgehalt pro Monat liegt etwas über 450€. Eine einfache, billige Miete fängt bei 400€ an. Ohne Strom und Heizkosten. Deswegen arbeiten viele Letten in 2 Jobs. Die Pensionen sind anscheinend so niedrig (ähnlich wie in Estland), dass viele Arbetnehmer noch bis 5 Jahre arbeiten, obwohl sie eigentlich schon in Pension hätten gehen können. Andere gehen für die letzten 5-6 Arbetsjahre nach Estland, um dort zu arbeiten und dann nach der Pension nach Lettland zurückzukommen.
- Unser Guide erwähnte auch, dass die Esten anfangs in der gleichen Situation waren wie Lettland nach 1991 und der gewonnen Unabhängigkeit, jedoch hat sich Estland schnell in die kapitalistische Welt hinaufgeschwungen durch Skype und IT-Firmen die investieren.
- Ähnlich wie in Estland eben noch viele Russen in Lettland, die nicht integriert wurden und sich am Rande der Gesellschaft zurechtfinden müssen. Im Parlament gewinnt deswegen immer die Partei, die die russischen Interessen fördert, weil es nur 2 Parteien gibt, die die russische Bevölkerung vertritt. Im Gegensatz dazu gibt es 16 Parteien, die die Interessen der lettischen Bevölkerung vertreten.
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| der lettische Zentralmarkt |
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| das Empire State Building |
Und unser Reiseführer (der übrigens sonst alles andere als gut ist), informierte uns noch, dass Riga früher die größte baltische Stadt war. Zur Zeit der Schwedischen Besetzung war Riga sogar noch größer als Stockholm.
Danach schlugen wir uns ein bisschen durch weniger touristische Straßen, fanden eine Kirche und striffen durch den Art-Nouveaux Bezirk, der von Jugendstilbauten umgeben ist. Wir waren gebührend beeindruckend und ich fand mich unversehens an der Österreichischen Botschaft wieder. Ich habe mich lange nicht mehr so nahe am österreichischen Boden befunden! Fast wie Zuhause!
Irgendwann währenddessen begann es oag zu regnen, weswegen wir uns in einem Hauseingang unterstellten, und von den aus- und eingehenden Anwohnern von komisch bis böse beäugt wurden. Wir bewunderten noch ein paar weitere Jugendstil bauten und kauften dann bei unserem Convenience-Store - dem altbekanntem Rimi - für unser Abendessen ein. Rebecca war begeistert, dass sie ihre Rimi Karte nochmal zum Einsatz bringen konnte! Wir kochten uns ein gutes Abendessen aus Nudeln, Tomaten, Mozzarella und Jungzwiebeln und gingen motiviert und glücklich schlafen.
Day 2 - Riga
Wir schliefen aus und entschieden uns nicht dazu, zur Old Town Free Walking Tour zu gehen. Teilweise weil wir noch Glauben in meinen Reiseführer hatten und andererseits weil wir die Stadt.in unserem eigenen Tempo erkunden wollten. An dieser Stelle muss ich gleich erwähnen, dass ich Riga sehr beeindruckend und schön finde! Ich habe mich dort auch sofort wohlgefühlt. Und was ich von Rebecca mitbekommen habe, findet sie das gleiche. Hier wäre es sicher auch nicht so schlecht zu leben - falls jemand noch eine Destination für Erasmus sucht!
Wir gingen also Kreuz und Quer durch die Altstadt, und fanden eine Veranstaltung, die am Domplatz abgehalten wurde. Auch in Lettland wird die Mittsommernacht gebührend mit Bräuchen gefeiert. Es gab einen kleinen Markt auf dem Essen, Schmuck, Lederkreationen und andere lettischen, traditionellen Stücke angeboten wurden. Daneben stand eine Bühne auf der anfangs noch ein paar Mädels sangen, danach tanzten junge bis alte Tanzgruppen, die mit einem großen gemeinsamen Tanz aller Altersgruppen schlossen. Wir sahen auch das etwas enttäuschende Riga Schluss, das öfters in der Geschichte abgebrannt bzw. vom Erdboden gefegt, aber hartnäckig wieder aufgebaut wurde. Die drei Brüder (das Äquivalent zu Tallinns Drei Schwestern) waren mehr als enttäuschend. Sie schauen auf Fotos und Postkarten um einges besser, wenn auch sehr bearbeitet aus.
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| der Rigaer Dom |
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| das Mittsommerfest |
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| meine 2. Lieblingskirche auf unserer Reise |
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| der etwas unbeeindruckende Palast Rigas |
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| das Katzenhaus haben wir auch gefunden |
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die 3 Brüder waren unbeeindruckend, und auf
Postkasten sehr bearbeitet |
Im Reiseführer wurde uns das Museum der Lettischen Volksfront vorgeschlagen, das gratis war. Hier kann man Artifakte aus dem lettischen Freiheitskampf und mehr über die sowjetischen Vergangenheit Lettlands lesen. Die Lettische Volksfront war unter anderem auch der Initiator der Baltischen Kette von 1989 (zum 50. Jahrestag des Molotov-Ribbentrop Paktes von 1939 - für alle, die in Geschichte nicht so sattelfest sind - dieses Dokument ist
sehr wichtig, denn hier einigten sich Stalin und Hitler über die Aufteilung der Territorien im Osten zwischen Nazi-Deutschland und der Sowjet Union). 1989 bildeten Estland, Lettland und Litauen also eine menschliche Kette, die über 675,5 Kilometer lang war, und die beim Toompea Schloss in Tallinn startete und in Litauen vor der Kathedrale in Vilnius endete. Im Museum kann man selbst die Hände von echten (ungesund wirkenden) schwarz-weißen, flachen Menschen halten und Teil der baltischen Kette werden. Genau das haben Rebecca und ich gemacht! Oh, und wir haben eine interessante Aufstellung einer Lenin Statue gefunden:


Wir spazierten über eine Brücke auf die anderen Uferseite der Düna (lett. Daugava) und genossen dort um Schatten unser mitgebrachtes Mittagessen. Es war wirklich, wirklich heiß, weil die Sonne nur so runterbrannte. Und ich kann mit Stolz sagen, dass ich keinen Sonnenbrand bekommen habe!!!

Danach holten wir uns einen Visitors-Pass für die Lettische Nationalbibliothek und verbrachten die nächsten Stunden zwischen historischen Fundstücken. Wir fanden ein Buch, das zur Zeit Livonias von Katholiken angefertigt wurde und ale Bilder von Städten in Livonia und Estland zeigt. Wir staunten mehr über schwarz-weiß Gemälde von Tallinn, Tartu, Haapsalu, Narva, Viljandi und Kurressaare als über das Rigaer Schloss. Außerdem hatten die Städte damals noch andere - aber ähnliche - Namen. Tallinn war Reval, Haapsalu Hapsal und Tartu Derpt. Außerdem verbrachten wir einige Zeit schmökernd in Ausgaben der Baltischen Illustrierten aus den Jahren 1918 und 1919. Hier gab es Front-Neuigkeitskarten, Bilder aus schönen estnischen Städten und durch britische Soldaten "geschändete" Heereslager der deutschen Soldaten. Außerdem haben wir das Kursbuch der Rigaer Universität für das 1918/1919 gefunden, in dem die Stundentafeln der einzelnen Studiengänge und die jeweiligen Kurse samt Dozenten aufgeschlüsselt waren - und das auf Deutsch!
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Tallinn mit Altstadt und dem Pirita Kloster,
welches damals schon ausgebrannt war |
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| Narva |
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| Viljandi, mit der damals schon zerstörten Burg |
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wir haben die Baltische Illustrierte gelesen,
auf der Titelseite sind die Viru Gates zu sehen |

Wie ihr euch denken könnt, haben wir einige Zeit gebraucht, um uns von diesen Fundstücken loszureißen! Wir spazierten noch ein bisschen am Flussufer entlang und produzierten unter anderem dieses gelungene Bild:
Danach zeigte ich Rebecca Hesburger, damit sie dieses FastFood Restaurant auch noch von ihrer Liste abhaken konnte! Fun Fact: Wir hatten hier schon das Gefühl, viele Kirchen angeschaut zu haben (merkt euch das!). Wir genossen am Abend noch unseren echen Riga Balzam, der uns von unserem Guide als dem lettischen nationalem Alkohol empfohlen wurde und dazu einen Lebkuchen in der Form Lettlands. Leider war diese nicht mehr ganz so vorhanden, da der Lebkuchen ein paar Stunden in meinem Rucksack verbracht, während wir noch quer durch die Stadt marschierten. Ja, er ist nicht so heil wieder im Hostel abgekommen. Gut war er trotzdem.
Alles in allem kann ich Riga nur jedem als Ziel weiterempfehlen, und es zahlt sich wirklich aus hier hinzufahren. Ich muss aber dazusagen, dass uns die 1enhalb Tage für die wichtigsten touristischen Attraktionen gereicht haben und wir wahrscheinlich etwas ratlos gewesen wären, was wir am späten 3. Tag noch hätten machen sollen!
Es freut mich, dass ihr bis hier durchgehalten habt!
Tschau,
eure Verena
Fun Fact Quellen:
https://www.telegraph.co.uk/travel/destinations/europe/latvia/amazing-facts-about-latvia/
https://www.latvia.travel/en/article/interesting-facts-about-latvia