#1
Nicas sind einfach unpünktlich. Wir unterscheiden mittlerweile, wenn ein Termin wirklich wichtig ist, zwischen Nica-Time und Nicht-Nica-Time. Es ist aber auch nicht zu schlimm zu spät zu kommen, weil hier jeder daran gewöhnt ist. Interessant wird es erst, wenn wir zurück nach Europa kommen (oder bei Flug) ...
#2
Wirklich unfair ist, dass Nicaragüense nicht schwitzen! Lissi und ich zerfließen förmlich in den Klassen, wenn wir von unserem halben Stunden Weg ankommen, und man sieht einfach keinen Tropfen auf ihren Gesichtern. Sie sitzen in langen Hosen und T-Shirts unter ihren Schulhemden (!) in der Klasse und sehen aus, als hätte es keine gefühlte 50° (okay ich übertreibe, es sind wahrscheinlich 33°, aber ohne Wind).
#3
Auf Fahrrädern wird alles transportiert - von Lebensmitteln und Alltagsdingen über Erwachsene und Kinder zu Erwachsenen UND Kindern. Ein Mann hatte einmal ein Kind vor sich sitzen und ein zweites vor dem Lenker, zu ihm schauend. Wie er irgendwie lenken und das Gleichgewicht halten konnte, ist mir schleierhaft. Die andere Möglichkeit zum Transport sind einfach Pferdekutschen, was in meinem Kopf die Frage aufbrachte: Können Pferdewägen geblitzt werden? Es kommt doch sicher vor, dass sie das Geschwindigkeitslimit überschreiten. (Nicht, dass es in einer Stadt, wo es eine Ampel gibt, ein Radar gäbe, aber theoretisch!).
#4
Alle Menschen sind superlieb und hilfsbereit (solange man sich in ihrer Sprache verständigen kann). Nur die wenigsten sprechen Englisch, aber sie schätzen es, wenn man versucht, sich mit Wortfetzen, Händen und Füßen verständlich zu machen. Egal ob man übers Wetter, Gott und die Welt philosophieren will, nach dem nächsten Hostel, Restaurant oder Alkoholladen fragt, sie helfen gerne, und bleiben sogar länger, denn wie gesagt Nicaragüense haben Zeit. Etwa jeder hat mir gegenüber erwähnt, dass Nicaragua so
tranquilo ist. Ja, mittlerweile hab ich es gecheckt!
#5
Tiere sind überall. Egal wo man hinsieht: Pferde, Katzen, Hunde, Enten, Hühner, Leguane, verschiedene Arten von Vögeln, Salamander, ... Aber leider auch Spinnen, Kakerlaken und Ratten. Es gab keinen Tag, an dem kein Salamander erschrocken durch die Küche gehuscht ist, oder ein Hund uns durch die Straßen Granadas gejagt hat. Anekdote: Einmal stand ein Pferd plötzlich am Schulhof und fraß Grasbüschel, die aus dem Asphalt wuchsen. Da wurde uns wieder bewusst, dass wir in Nicaragua sind.
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