Estonian Fun Fact #2:Estonia is an egalitarian country, at least in that 51% of its engineers are women. In the European Union as a whole, women engineers account for an average of only 29%. In the Estonian language, a gender-neutral pronoun is used to denote both a man and a woman.
Tere!
In den letzten Tagen ist wieder einiges passiert! Unter anderem habe ich etwas mehr Estnisch gelernt, habe einen spektakulären Sturz zusammengebracht und eine estnische Behörde besucht. Oh, und aus einem Reagenzglas getrunken!
Außerdem habe ich während der letzten Tage meine Uni Kurse neu zusammengestellt - was ein bisschen ein Chaos war, aber dem werde ich einen eigenen Blog Post widmen.
Ich habe mich die ersten Tage immer gefragt, wieso es eigentlich so schwer ist, in Tallinn zu Fuß zu gehen. Die Antwort ist eigentlich ziemlich offensichtlich: Es schneit die ganze Zeit und es gibt keine Schneeräumung. Wir watscheln permanent auf einem schneebedeckten Gehsteig. Und das macht auf längere Zeit echt keinen Spaß. Gestern haben sie den Gehsteig vor der Uni endlich geräumt, und jetzt traue ich mich fast nicht rauszugehen, falls es wieder zugeschneit ist. Allgemein würde ich auch gern wissen, ob die Gehsteige allgemein so uneben sind, oder ob an manchen Stellen einfach 5 cm Eis liegen und an anderen Stellen eben nicht. Ich nehme an, das Geheimnis wird sich erst in ein paar Monaten lüften (oder wenn der nächste Räumungsdienst kommt). Als wir vorgestern zum Ice Skating gegangen sind, haben Sarina, Rebecca und ich die ersten Schneeräumungsfahrzeuge gesehen. Es waren sogar zwei und sie haben den Platz direkt vor einer Kirche freigemacht. Nicht, dass sie vielleicht Straßen räumen? Auf denen Autos fahren? Die Wegrutschen können? Oder wo Fußgänger gehen? Die Ausrutschen können? Nein? Okay. Anyways, hier ist ein Bild von mir neben einem von den gigantischen Schneehaufen:

Sehr ihr das, was an meinem rechten Bein hängt und leuchtet? In Tallinn muss nämlich jeder, der nachts unterwegs ist, einen Reflektor an sich tragen. Wir haben zwei bei der Orientation bekommen, aber vielleicht sollten alle, die vorhaben mich besuchen zu kommen, sollte ihnen in der nächsten Zeit ein billiger Reflektor ins Auge springen, einen mitnehmen. Dann müsste ihr euch hier nicht vor einer 40€ Strafe fürchten.
Wichtig zu erwähnen ist in dem Zusammenhang auch, dass hier eine strikte Nachtruhe einzuhalten ist. Das wurde uns während der Orientation von der Polizei erklärt. Außerdem verkaufen Supermärkte nach 22:00 keinen Alkohol mehr. Und ich muss euch enttäuschen, auch eine Minute später ist nicht mehr erlaubt. Wir sind zwar gestern um Punkt 21:58 schon in der Schlange gestanden, aber die Frau hinter der Theke hat die Produkte der Kunden vor uns dermaßen langsam über den Scanner gezogen, dass die 2 Minuten um waren, bevor wir noch einen Schritt nach vorne gemacht haben. Das Problem ist nämlich, dass das System der Kassa nach 22:00 keinen Alkohol mehr durchlässt. Ab dann kann man nur mehr in Bars, Restaurants, Clubs etc. Alkohol konsumieren. Trinken (von alkoholischen Getränken versteht sich) ist in der Öffentlichkeit ohnehin verboten. Aber was uns gestern dann ziemlich hoffnungslos vorgekommen ist, hat sich im Endeffekt ganz gut getroffen, weil wir eine Bar gefunden haben, die Getränke in Reagenzgläsern anbietet! Sie ist wahnsinnig cool eingerichtet und die Getränke haben alle chemische Namen (Nein, ich habe LSD nicht probiert. Noch nicht.). Und vor Mitternacht sind die Getränke sogar noch relativ günstig. 

Zum Ice Skating gibts eigentlich nicht wirklich viel zu Erzählen, außer dass ich die erste Runde zitternd und sehr, sehr langsam gedreht habe. Ab der 2. Runde wurde ich sicherer, dass ich dann bei der 50. Runde schon so sicher war, dass es mich auf den Hintern gesetzt hat. Ich glaube im Sturz eingeschlossen waren auch ein spektakulärer Arm-Ruderer und ein verzweifelter Schrei. Dann war es ziemlich kalt. Alle, die wissen, dass ich mir in der 1. Klasse Volksschule meinen linken Arm gebrochen habe, als ich beim Eislaufen mit der Klasse gefallen bin, kann ich beruhigen. Ich habe mir diesmal nur den rechten Arm gebrochen! Spaß, mir gehts super. Mein Hintern war etwas kalt für einige Zeit, aber sonst habe ich Runde 50 - 100 wieder etwas vorsichtiger gedreht.
Gestern waren Sarina, Rebecca und ich auf einer estnischen Behörde und haben uns offiziell als Residenten von Tallinn eintragen lassen. Das hat nämlich den Vorteil, dass man dann die öffentlichen Verkehrsmittel gratis benutzen kann. Oh und man kann sich fürs FitnessCenter anmelden, eine Library Card beantragen usw. Uns wurde der genaue Ablauf leider nicht wirklich erklärt, also standen wir drei matschig, nass und etwas ratlos (aber freundlich lächelnd) in der Behörde und wollten uns eintragen lassen. Zum Glück wussten die Mitarbeiter wo wir hinwollten, und konnten uns zum entsprechenden Schalter leiten. Das Registrieren ging relativ einfach von statten, außer dass wir die Formulare auf Estnisch ausfüllen mussten. 👍 Keine Angst, mein Estnisch ist zwar nicht einkaufsreif, aber es ist definitiv behördenreif!
Ein Update noch zur Namensfront: Ich musste mittlerweile bei so vielen Leuten nochmal nachfragen, wie sie heißen - und es haben auch so viele Leute bei mir nachgefragt -, dass ich dazu übergegangen bin, alle von vornherein nochmal nach ihrem Namen zu fragen, wenn ich sie treffe. Das Problem ist leider, dass ich die meisten Namen nicht aussprechen kann und die ersten 5 Minuten jeder Konversation ohnehin verloren sind, weil ich versuche verschiedenste Konsonanten, Vokale und Laute nachzumachen, die es im Deutschen nicht gibt und auch nie geben wird. Lucky me.
Außerdem möchte ich nochmal erwähnen, dass ich gestern meinen E-Mail Account einrichten musste und mich der gesamte Weg von meiner WG zum Computerraum in der Uni, Einrichten des Accounts und der Weg von der Uni zurück zur WG etwa 12 Minuten gekostet hat. ZWÖLF! Wie werde ich mich je wieder an die 2 Stunden Öffifahrt in Wien gewöhnen können?
Alles Liebe,
eure Verena 👋
Quelle Fun Fact: "Did you know that there are over 100 exciting, quirry, unique and important reasons to visit Estonia!" by AS Sokotel, 2015














