Mittwoch, 30. Januar 2019

1 Kaffeemaschine später 🇪🇪


Estonian Fun Fact #1:
Wired Magazine estimates that Estonia has the largest number of successful start-up companies per capita in the world. For example, Skype, TransferWise, GrabCAD and Fortumo all came from Estonia.

Tere!

Ich melde mich nach aufregenden 2 Tagen zurück! Also wer wissen will, wie die erste Orientation war, wie mein Kaffeemaschinen-Quest verlaufen ist und wieviel ein Taxi hier kostet - bleibt dran!

Sarina und ich haben uns um Punkt 9:11 zur Orientation aufgemacht. Wenn man in Betracht zieht, dass wir gerade zum ersten Mal diese (labyrinth-artige) Uni betreten haben, ist es eine gute Endzeit, dass wir um Punkt 9:15 vor dem Raum der Orientation standen. Näher zur Uni kann man eigentlich gar nicht sein. Während der Orientation wurden wir permanent mit wichtigen und unwichtigen Fakts beworfen, von denen es anfangs schwer zu sagen war, welche jetzt für uns unmittelbar relevant und irrelevant sind. Keine Sorge, Informationen über die Beantragung und Eintragung eines Wohnortes in Tallinn wurden ohnehin am Kürzesten gestreift. Das war definitiv nicht wichtig. In einer kurzen Break wurden wir von Sarinas Tutorin und ihrer Freundin (die mich kurzerhand als ihre neue Schülerin adoptierte) durch die Uni geführt. Wir wuchsen kurzerhand zu einer Gruppe von etwa 15 Personen an, denen das Unigebäude gezeigt wurde. Was habe ich davon mitgenommen? Die Universität ist noch labyrinth-artiger als ich dachte. Den Hörsaal, wo die Orientation stattfand, habe ich immerhin wiedererkannt.

Danach stand eigentlich am Plan, dass wir eine Campus Tour mit unseren Tutoren haben. Falsch gedacht. Wir hatten eine Schnitzeljagd ohne Tutoren, auf der wir die Tutoren suchen mussten. Ansich ist das ja eine sehr gute Idee, aber da ich von Tutor zu Tutor mit jemand Neuem redete und angestrengten Smalltalk betrieb, bekam ich nicht wirklich mit, wo wir herumrannten (außer, dass es rauf, runter, um Ecken und hin und her ging). Die Uni bleibt für mich mal labyrinth-artig. Wir verliefen uns sogar beim 3. Hinweis, sodass uns eine andere Tutorin unseren letzten Hinweis gab und wir nach kürzester Zeit vor der Tür der Koordinatorin standen. Sie hat uns leider wieder weggeschickt.

Nach diesem wahnsinnig interessanten Ende des ersten Tages (aja, es gab Goodies!), kochten Sarina und ich uns unser erstes richtiges Essen hier in Tallinn. Alle, die mich besser kennen, wissen sicher, was wir gekocht haben. 😁

Danach machte ich mich bewaffnet mit Timberlands, einer Jeans, einem T-Shirt, einem Pulli, einer Winterjacke, einer Mütze und zwei Handschuhen auf in die Wildnis des estnischen Wetters. Fazit: Mir war warm. Außerdem kann ich allen Leuten, die je versucht haben eine GreenCard zu bekommen, oder irgendwann mal versuchen werden, eine zu bekommen, sagen, dass man sie in Tallinn wirklich einfach bekommt: Man geht in ein Geschäft, die GreenCards verkaufen (das ist der tricky Part) und kauft eine. Nur 2€! Ist ja fast nicht zu glauben! Und man kann damit nicht nur in den USA wohnen, sondern auch in Tallinn die öffentlichen Verkehrsmittel benutzen! Wer mir immer noch nicht glaubt, dass ich wirklich eine Green Card habe, hier ein Beweis: 


Und jetzt zu der Stelle, die euch eigentlich am meisten interessiert: Mich hat es auf dem Weg zur Kaffeemaschine fast tödlich hingehaut. Ich gehe ganz friedlich durch diese komischen Drehtüren am Eingang vom Einkaufszentrum und rutsche fast auf dem Schnee der letzten 100 Personen aus. Note to self: Es ist nicht nur draußen rutschig. Aber keine Sorge, ich bin unbeschadet bei der Kaffeemaschine angekommen. Was mir echt leid tut ist, dass alle Esten super lieb auf einen zugehen und enthusiastisch auf einen einreden und ich nur mit einem verlegenen Lächeln und einer englischen Frage antworten kann. Kurz spiegelt sich ein Anzeichen von Verwirrung in ihrem Gesicht (das nach dem Estnischen Redeschwall in mein Gesicht getreten ist), aber dann haben sie sich auf mein sprachliches Unvermögen eingestellt. Eins muss ich sagen, es konnten bis jetzt alle Esten wirklich gutes Englisch und es gab von keiner Seite Kommunikationsprobleme. Ich habe also eine Kaffeemaschine ausgesucht, da findet der Mitarbeiter die Kaffeemaschine nicht. Ich war schon innerlich am Abwägen zwischen der ästhetisch überhaupt nicht akzeptablen 35€ Maschine und der zwar ästhetisch ansprechenderen aber dafür teureren 50€ Maschine, als er endlich das letzte Exemplar unter den Toastern hervorzog. Er wollte mir den Kaffee dann eigentlich dazu schenken, aber nach einem kurzen estnischen Wortwechsel musste ich doch 1,99€ dafür zahlen. Aber das ist okay, für diesen Kaffee hätte ich alles gemacht.

Danach habe ich noch einen kurzen Abstecher in ein Bürogeschäft gemacht, wo ich noch einen Stift kaufen musste, den ich unbedingt gebraucht habe, da ich ja sonst keine Stifte besitze. An der Kassa stand ein etwas jüngeres Mädchen und mein innerliches Sprachgenie war der Meinung, dass es an der Zeit ist, mein neu erlerntes Estnisch zu testen. Dementsprechend enthusiastisch sagte ich "aitäh", als sie mir mein Wechselgeld gab. Und ich kann euch sagen, dass ich noch nie in meinen Leben so ein verständnisloses Gesicht gesehen habe. Verlegen erklärte ich kurz, was ich meinte und verließ dann so schnell als möglich das Disaster. Mein estnisch ist definitiv noch nicht einkaufsreif.

Ein Fun Fact über unsere Lifttüren im Appartement: Sie sind wahnsinnig schnell. Sarina ist lustigerweise immer als Erste eingestiegen, als wir gemeinsam gefahren sind und hat dabei direkt den Knopf fürs Stockwerk gedrückt. Das Problem ist, dass sich die Türen schließen sobald dieser Knopf gedrückt wird. Und sobald bedeutet nicht, die Türen bekommen den elektronischen Impuls sich zu schließen, und langsam bewegen sie sich aufeinander zu, nein, diese Türen sind Tore zur Hölle und zertrümmern alles was ihnen in den Weg kommt. Spaß, ich wurde nur permanent eingezwickt, aber sonst ist nichts passiert. Aber ich glaube, ich bin noch nie so schnell 7 Stöcke rauf und runter gekommen.

Am Abend gingen Sarina, Rebecca und ich zu einem Event von ESN Tallinn (Insert Definition of ESN Tallinn here). Es war so etwas wie ein Meet & Greet für alle Erasmus Studenten, die gerade in Tallinn sind. Man bekam eine Frage in die Hand gedrückt und musste sie Leuten stellen. Sobald die Fragen beantwortet waren, konnte man tauschen. Ich hatte Fragen wie: "What three items would you bring to a desert island?", "What would you cook for your friends?", "What is your phobia?", "What personality trait do people compliment the most about you?" usw. Es gab einfach zu beantwortende Fragen und sehr, sehr schwer zu beantwortende. Vor allem die letzte ist irgendwie nicht zu beantworten, ohne sich selbst komisch darzustellen. Außerdem konnte man sich selbst zeichnen und musste dann ziehen und sich auf die Suche nach der Person auf dem Bild machen. An sich eine wirklich gute Idee, um das Eis zu brechen!

Danach zogen wir weiter in eine Bar, wo es Montag Abends immer Karaoke gibt. Die Stimmung war sehr gut und ich habe gemeinsam mit einem neuen Freund aus Belgien und Rebecca "Everytime We Touch" gesungen. Und wir haben die Stimmung definitiv aufgeheizt! Später haben Rebecca und ich uns nochmal an Country Roads versucht, aber hier waren unsere engelsgleichen Stimmen leider nicht zu hören, weil die gesamte Bar mitsang (was natürlich wahnsinnig cool war!). Nach Hause kamen wir mithilfe der App Taxify und haltet euch fest: Ein Taxi direkt von der Bar zur Uni kostete 2,50€. Falls ihr es immer noch nicht glaubt, sage ich es gerne nochmal: ZWEI, FÜNFZIG! Wie ist das möglich? Da hätte ich ja mehr Geld in Alkohol investieren können! Was? Just kidding, ich werde dieses Geld für Kaffee sparen!

Liebe Grüße, und an alle meine Freunde, die gerade Prüfungen schreiben: Alles Gute!
Eure Verena 👋

P.S.: Hier ein Lageplan von der Uni:
Falls ihr euch nicht auskennt, kein Stress, ich kenne mich auch nicht aus!
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Der Lageplan der Tallinna Ülikool






































Quelle Fun Fact: "Did you know that there are over 100 exciting, quirry, unique and important reasons to visit Estonia!" by AS Sokotel, 2015

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